Am 19. September 1962 schreibt Karl Rahner aus Innsbruck in einem Brief an Kardinal König:«Eminenz, hochwürdigster Herr Kardinal! […] Das Konzil soll doch nach dem Willen des Hl. Vaters kein Konzil sein, in dem schwierige Schulstreitigkeiten unter Theologen entschieden werden; es soll eine Botschaft an die Welt richten, die auch dort, wo sie die herbe Wahrheit des Evangeliums einer finsteren Welt verkündet, noch tröstend, strahlend, aufbauend und werbend ist. Nichts von der siegreichen Kraft des Evangeliums strahlt aus diesen Schemata aus. Nirgends ist daran gedacht, ob sie auch über den Kreis dürrer theologischer Experten hinaus verstanden werden können; nirgends merkt man, dass den Verfassern dieser Schemata der gebildete, skeptische Mensch von heute und der gebildete Heide von heute wirklich lebendig vor Augen steht mit all dem, was nun einmal zum Weltbild und zur Gefühlswelt des Menschen von heute gehört. Das Ganze macht den Eindruck einer grauen römischen Schultheologie, die gar nicht imstande ist zu merken, wie wenig sie es vermag, so zu sprechen, dass sie von einem Menschen von heute verstanden wird».(Zitiert aus: entschluss Nr. 43[6/1988] 33); Christian Cebulj
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