Gertrud Heinzelmann: «Wir schweigen nicht länger» – Eingaben zum Priesteramt der Frau

Nicht nur die katholischen Frauenverbände formulierten in Eingaben ihre Erwartungen an das Konzil (vgl. Blog vom 31.7.2012). Die Schweizer Juristin Gertrud Heinzelmann, die Diplomtheologin Josefa Theresia Münch, die ehemalige Pfarrvikarin und Konvertitin Iris Müller und die Münsteraner Theologiestudentin Ida Raming haben Konzilseingaben mit dem Ziel der Zulassung von Frauen zum Priesteramt verfasst.Gertrud Heinzelmann richtete mit Datum vom 23.5.1962 ihre Eingabe «Frau und Konzil – Hoffnung und Erwartung» an die Vorbereitende Kommission; sie prangert darin Thomas von Aquin und den Thomismus als Hintergrund des Ausschlusses von Frauen aus dem Priesteramt an. «Die scholastische Konzeption der Frau hat unzweifelhaft die weibliche Aktivität gebrochen, die sich zur Zeit der Urkirche in kräftigen Ansätzen als eine Selbstverständlichkeit aus der Frohbotschaft entfaltet hat», schreibt sie einleitend dazu. Ein breites internationales öffentliches Echo auf die Eingabe entstand, nachdem sie in der Zeitschrift des Zürcher Frauenstimmrechtsvereins «Die Staatsbürgerin» (Juli/August 1962) publiziert worden und durch den Journalisten und späteren Konzilsperitus P. Placidus Jordan OSB im englischen Sprachraum bekannt geworden war.1964 veröffentlichte Gertrud Heinzelmann die genannten Eingaben in «Wir schweigen nicht länger». Spätestens jetzt war das Thema auch in Rom präsent – und es erhielt zusätzliche Brisanz durch eine Publikation des Ökumenischen Rates der Kirchen «Zur Frage der Ordination der Frau» (Genf 1964). Gino Concetti – der im Gegensatz zu Gertrud Heinzelmann die Scholastiker schätzte – befasste sich im November 1965 für den Osservatore Romano in einer dreiteiligen Artikelserie mit «La donna e il Sacerdozio». Diese Initiative sei im Klima des II. Vatikanischen Konzils aufgeblüht und selbst «einige Theologen, auch qualifizierte» hätten sich mit mehr oder weniger vorsichtigen Äusserungen dem Chor der Frauen angeschlossen. Sie habe aber in den Dokumenten des Konzils kein Echo gefunden. Überlassen wir Gino Concetti für heute das letzte Wort: «Es ist Christus, der ruft; es ist Christus, der schenkt. Und Christus hat keine Frau gerufen, keine Frau mit priesterlichen Vollmachten ausgestattet. Die Kirche, in Gehorsam gegenüber Christus, fährt fort, sie auszuschliessen».(Regina Heyder; vgl. Gertrud Heinzelmann, Wir schweigen nicht länger! / We Won’t Keep Silence Any Longer. Frauen äussern sich zum II. Vatikanischen Konzil, Zürich 1964)

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