.. und die Folgen für die «Endlagerung»Ich war wieder einmal auf Besuch bei der Familie meines Bruders, die in unserem Elternhaus lebt. Meine Neffen zeigten mir einen Fund, den sie kürzlich gemacht haben: alte Dokumente, u.a. die Urkunde, die belegt, wann mein Urgrossvater (ihr Uruorgrossvater) das Haus gekauft hat, nämlich 1897. In der betreffenden Schachtel lag auch ein Beleg aus neuerer Zeit: Er betraf die Vergütung dafür, dass in den 1970er-Jahren die damalige PTT durch unser Land die Erdleitung für das Telefonkabel Zürich-Bern legen durfte.Und ich erinnerte mich: Ungefähr 20 Jahre später, kurz vor seinem Tod, konnte mein Vater im letzten Augenblick ein Unheil vermeiden. Er sah, wie ein Bagger gerade im Bereich der Leitung ein Loch graben wollte (ich weiss nicht mehr wozu). Nicht viel hätte gefehlt, und das Kabel wäre entzwei geschnitten worden. Von der nächsten Generation hätte sich wohl niemand mehr daran erinnert, dass dort unter dem Boden eine sehr wichtige Leitung liegt.Ist es zu weit hergeholt: Ich stelle mir vor, wie nicht in 20, sondern in 20 000 oder in zwei Millionenen Jahren irgendjemand im Bereich gräbt, in denen «wir» ein atomares Endlager eingerichtet haben. Wer wird sich noch daran erinnern? Oder wer weiss noch, wie gefährlich der dort vergrabene Müll ist. Schliesslich hat man seit Zehntausenden von Jahren keine Erfahrungen mehr mit Atomkraftwerken.
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant