Asyl

«Saucheibe vo de Chile»Die Bettwiler im Kt. Aargau proben den Aufstand gegen die geplante Asylunterkunft (so wie Gemeinden im Kt. Luzern). Dazu der reformierte Pfarrer Philipp Nanz im Kirchenboten «reformiert.ch»:
«In einer dermassen gereizten Atmosphäre kann man nicht Nächstenliebe predigen. Ein Bettwiler warf einem katholischen Kollegen an den Kopf, dass die «Saucheibe vo de Chile» schuld seien, dass hierzulande alle Asylanten willkommen sind. In so einem Moment kann man nicht über Solidarität sprechen, die Positionen sind zu festgefahren. Im vorwiegend katholischen Bettwil ist kein Priester vor Ort, zuständig ist jener der Nachbarsgemeinde. Er ist Inder und nur für begrenzte Zeit hier, deshalb hält er sich zurück. Mit dem Thema befassen sich der katholische Pfarrer von Meisterschwanden-Fahrwangen und ich. Wir haben beschlossen, uns nicht aktiv in die öffentliche Diskussion einzumischen.»——————————————————Zuerst: Ich wäre stolz, zu solchen «Saucheiben» zu gehören; auch wenn diese keinen einzigen Asylanten in die Schweiz gelockt haben. Aber dank diesen Geschmähten wird versucht, Verfolgte (auch wenn sie «nur» vom Hunger verfolgt sind!) menschlich aufzunehmen.Dann: Ist es klug, in einer solchen Situation nicht noch Öl ins Feuer zu geniessen? Oder müsste nicht gerade jetzt die Botschaft von Solidarität und Nächstenliebe verkündet werden, «sei es gelegen oder ungelegen»?

Walter Ludin

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