Ausländer-Sonntag

Solidarität mit den Fremden(In meiner Predigt zum Ausländer-Sonntag stütze ich mich auf bischöfliche und päpstliche Schreiben. Wenn von dieser Seite etwas Vernünftiges kommt, soll man es nicht ignorieren…)
Das Motto des heutigen Sonntags lautet: «Eine einzige Menschheitsfamilie». Plump ausgedrückt: Wir Schweizer wurden nicht als eigene, isolierte Gruppe von Gott geschaffen. Unsere Vorfahren/oder die Vorfahren unserer Vorfahren sind irgendwann eingewandert. Das Hirtenschreiben der Bischöfe erinnert an den Titel einer Ausstellung im Landesmuseum: «Niemand war schon immer da.» Dazu die Bischöfe: «Viele Personen, die in der Schweiz Grosses geleistet haben, werden uns als eingewanderte Ausländer vorgestellt, z.B. Julius Maggi, Henri Nestlé, Nicolas Hayek, Charles Brown, Walter Boveri und viele andere.»Die Bischöfe bleiben nicht in der Geschichte stehen «Auch heute leisten zugewanderte Ausländer Grosses in der Schweiz: Unser Wohlergehen und unser Frieden wären ohne sie nicht möglich.» Wir dürfen nicht bloss an Persönlichkeiten wie die genannten Firmengründer denken. Eine persönliche Erfahrung: In letzten anderthalb Jahren war ich öfters im Spital. Viele Ärzte, die mich betreut haben, waren Ausländer; ebenso viele Pflegefachfrauen Ausländerinnen; z. B. aus dem Kosovo . Erst recht das Putzpersonal: erinnere mich an eine einzige Schweizerin unter diesen Frauen/ eine temporär angestellte Studentin. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie das Spital funktionieren würde ohne Ausländer und Ausländerinnen.
Zum heutigen Tag äusserte sich auch Papst Benedikt XVI.. «Alle gehören zur einzigen Familie, Migranten und die Gastvölker.»Beide – Papst und Bischöfe – ziehen Folgerungen aus dieser Einsicht:»«¢ Der Papst: «Alle haben dasselbe Recht, die Güter der Erde zu nutzen, deren Bestimmung allgemein ist. (einfacher: Die Gaben der Schöpfung sind für alle da, nicht nur für die Reichen.) Weiter: «Solidarität und Teilen haben hier ihre Grundlage.»
Erlauben Sie mir ganz kurz eine Bemerkung zu diesem Stichwort SOLIDARITÄT. Nach dem Lexikon bedeutet es: gegenseitige Hilfe und Eintreten für einander. Bin erschüttert, wenn ich daran denke, wie ein Exponent der grössten Schweizer Partei über Solidarität spottete: Sie sei unnötig/etwas Unschweizerisches. Stellen Sie sich vor, wie ein Land aussehen würde ohne gegenseitige Hilfe und ohne Eintreten füreinander. Wer von uns möchte in einem solchen Land leben?
Zum Schluss gebe ich nochmals unsern Bischöfen das Wort:»«¢ Die Ausländer verdienen es, in unserem Land freundlich aufgenommen und gerecht behandelt zu werden.»«¢ Fremde sollen in der Kirche besonders gut aufgenommen werden.Wir werden in diesem Gottesdienst beten, dass dieses Ideal immer mehr Wirklichkeit wird.(Predigt in Hildisrieden LU)

Walter Ludin

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