Es ist nie zu spät

Aus meiner Sonntagspredigt: Umkehr ist immer möglichIm heutigen Evangelium finden wir einen Satz, der in den Augen der Angesprochenen SKANDALÖS tönte: «Zöllner und Sünder gelangen eher in das Reich Gottes als ihr, (ihr Frommen und Gerechten.»Es waren solche Worte und die dahinter stehende Praxis, welche Jesus ans Kreuz brachten. Jesus schenkte auch dem schlimmsten Sünder die Chance einer Umkehr. Eine solche Liebe zu den Ausgestossenen war für die frommen Zeitgenossen eine Gotteslästerung. Wir können uns dies heute kaum mehr vorstellen. Für uns sind die Worte Jesu kein Skandal, sondern ein Trost: Es ist nie zu spät, etwas Neues anzufangen; seinem Leben eine neue Ausrichtung zu geben.So etwas zu tun ist nicht selbstverständlich: Vor zwei-drei Tagen hat jemand am Tisch eine Episode erzählt: Ein Mitbruder hat vor vielen Jahren als Beichtvater einem weiblichen Teenager erklärt, was sie in ihrem Leben vielleicht anders machen könnte. Die 18/19-Jährige: «Ich fangen nichts Neues mehr an.» Eine erschütternde Antwort!(Ich erzähle dann von einem Freund, der mit 77 einen Verlag gegründet und mit 79 geheiratet hat … Es ist nie zu spät! Ich predige aus Anlass der Klassenzusammenkunft meiner Klasse der Primarschule) Ich sage dies auch zu meinen Klassenkameraden/die meisten gerade am Anfang des Pensionsalters: Habt den Mut, haben wir den Mut immer wieder Neues anzufangen. So bleiben wir jung.

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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