«Tragen wir Sorge zum Papsttum»

Wer schadet ihm?Man müsse zum Papsttum Sorge tragen, meinte Kardinal Kurt Koch im bereits zitierten Interview mit Tele Basel. Einverstanden. KKK fuhr weiter: Leider werde dies von vielen nicht eingesehen. Er meinte wohl Bösewichte wie mich und Kommentatoren, die auf meine Blogs zustimmend reagieren.Doch, lieber Kurt, wer schadet dem Papsttum am meisten? Ich behaupte, Päpste wie Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Denn:- Sie zeigen sich als unfähig, die Kirche in die Zukunft zu führen. Stichwort Problemstau. Statt sich in Reformdossiers zu vertiefen, hat Johannes Paul II. Weltreise an Weltreise aneinander gereiht. Und Benedikt XVI. schreibt lieber gescheite Bücher. Und führt die Kirche immer wieder in die Vergangenheit (vgl. alte Messe usw.)-Sie förderen den Zentralismus bis zum Exzess. Wie sinnvoll ist es, wenn Päpste überall auf der Welt Bischöfe ernennen, die sie nie gesehen haben (und damit auch öfters danebengreifen; vgl. Groer, Haas, Huonder!) Wie sinnvoll ist es, wenn Päpste beziehungsweise ihre Kurie jede Übersetzung von eucharistischen Gebeten approbieren, auch wenn sie selber in vielen Fällen nicht einmal fähig sind, die entsprechende Schrift zu entziffern?-Auch mit seinen «Fehlleistungen» hat Benedikt XVI. dem Papsttum massiv geschadet; z.B. durch das Desaster mit den Lefebvre-Bischöfen, vor allem mit dem Holocaustleugner (der Grund: er hat das Dossier einem ultrakonservativen Kardinal übergeben); oder durch die Regensburger Rede (der Grund, er hat den Text nicht wie üblich zum Gegenlesen gegeben; seine engsten Mitarbeiter erbleichten, als sie das Manuskript kurz vor der Rede sahen …)Ja, tragen wir Sorge zum Papsttum, liebe Päpste!

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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