Für eine zukunftsfähige Kirche Weiter im Text von Kohlmaier:»Das Problem kann denkmöglich nur so gelöst werden, dass der so genannte Un-gehorsam, der aber Gehorsam gegenüber dem wahren Herrn der Kirche ist, frei-mütig und systematisch gehandhabt wird. Offen und selbstbewusst so lange, bis die notwendigen Konsequenzen daraus nicht mehr ausbleiben können. Es han-delt sich um einen Akt der Notwehr gegen mangelnde Einsicht und fehlende Menschlichkeit. Widerstand aus dem Gewissen richtet sich weder gegen die Kir-che noch gegen deren Einheit, sondern will die Kirche wieder zukunftstauglich machen.
Schisma, Sektierertum und Gegenkirche sind Worte, die dieses Bemühen um eine erneuerte Kirche denunzieren und auch begrifflich falsch sind. Der Tatbe-stand des Sektierertums wäre viel treffender auf jene fanatischen Gruppierungen anzuwenden, die sich «papsttreu» nennen aber die Treue zum Evangelium aufgegeben haben. Ein Schisma würde institutionalisierte Absonderung mit eigenem Glauben, Regeln und Autoritäten bedeuten. Das liegt den Reformkräften ferne, mögen sie noch so oft missverstanden oder auch verleumdet werden.»—————————————————————————Wann endlich entdeckt die Kirchenleitung, dass die Reformkräfte die Kirche nicht zerstören wollen; sondern sie zukunftsfähig machen möchten?-Die «Papsttreuen» und die Missachtung der Bibel: Dies fängt schon damit an, dass sie dauernd vom «Heiligen Vater» reden, obwohl Jesus sich gegen das «Heilig» wie gegen die Vater-Anrede wehrte. Nur ein Détail, aber meines Erachtens symptomatisch….
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant