Bin ich «gegen Rom»?

" … das Gute behaltet»In meinem Blog habe ich über einen «seltsamen Priesteramtskandidaten» geschrieben, der Weihbischof Eleganti vier Tage lang durch Madrid hinterherläuft, statt sich in der Schweiz mit einem Telefonat an die zuständigen Stellen zu richten. Und «postwendend» bekam ich ein ungehaltenes Mail eines Mannes, der als Kommentar meines Blogs wohl bekannt ist: «Sie haben mich sehr enttäuscht. Aus Ihnen scheint je länger je mehr eine Ablehnung, wenn nicht gar ein Hass gegen alles zu sprechen, was von Rom kommt.»
Dies ist eine infame Unterstellung. Ich bin offen für alles, was aus Rom kommt, prüfe es und behalte das Gute – getreu nach Pauli Vorbild. Zwei Beispiele:
1. Kurienmitarbeiter kritisiert Indifferenz gegenüber Migranten Rom, 14.8.11 (Kipa) Der zweite Mann im päpstlichen Migrantenrat, Bischof Joseph Kalathiparambil, hat eine zunehmende Gleichgültigkeit der Gesellschaft gegenüber Flüchtlingen und Migranten kritisiert. Die Gesellschaft lege grossen Wert auf Planung und Effizienz bei der Flüchtlingsfrage, während die Gastfreundschaft zuweilen unberechenbar und ineffizient wirke, sagte der Kirchenmann der Zeitung «Osservatore Romano» (Sonntag).Um Gastlichkeit zu gewährleisten, müsste die Prioritäten umgestaltet werden. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass sich die Gesellschaft den Menschen, die sie aufnimmt, allgemein feindlich gesinnt zeigen werde.Die Aufgabe der Kirche auf dem Gebiet sieht Kalathiparambil in der Aufnahme von Flüchtlingen und einem fairen Umgang mit ihnen sowie in der Überwindung von sozialen Barrieren. Neben Nahrung, Unterkunft und Schutz müsse die kirchliche Hilfsarbeit den Flüchtlingen eine freundschaftliche Atmosphäre anbieten und ihren Wert anerkennen.»
Für solche Wortmeldungen aus dem Vatikan bin ich durchaus dankbar.
2. Die Sozialenzykliken: Jene von Johannes Paul II. habe ich alle aufmerksam gelesen und kommentiert. Und für die kommende ite-Nr. über «Arbeit» habe ich einen Fachmann gebeten, die kath. Soziallehre zusammenzufassen.Frage an dem Mail-Absender:
-Wie weit nehmen Sie die nicht seltenen Worte aus dem Vatikan über Fremde/Asylsuchende zur Kenntnis? Und bringen sich in Ihrem Bekanntenkreis gegenüber Fremdenfeindlichem entsprechend ein?-Als Sie auf einer Bank gearbeitet haben, wie weit spielte die kath. Soziallehre für Ihre Entscheidungen eine Rolle?

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.blogs-kath.ch/bin-ich-gegen-rom/