Abneigung ...

… gegen die Vielfalt des Religiösen
Weiter im Text «Kirche wohin?» von Johannes Röser in «Christ in der Gegenwart»:
Der evangelikale Katholizismus ist für den amerikanischen Journalisten Allen in gewisser Weise ein «Stiefkind» der Säkularisierung, um deren wirklichen oder vermeintlichen Übeln «die Stirn zu bieten». Das geht einher mit der Sehnsucht einer mittleren und jüngeren Generation nach Halt und Orientierung in einer unübersichtlichen pluralistischen Welt, in der überkommene Bindungen und Vorstellungen brüchig geworden sind. In entsprechenden kirchlichen Kreisen herrscht eine tiefe Abneigung gegen die Vielfalt des Religiösen innerhalb wie außerhalb der je eigenen Glaubensgemeinschaft, des je eigenen Milieus. Man sichert sich mit lehramtlichen Weisungen in der Art neuer Katechismen rein defensiv-apologetisch gegen andere und anderes ab, versucht, die «wahre» alte Lehre mit dem starken Arm bischöflicher oder vatikanischer Autorität durchzusetzen, und scheut sich nicht, gegen die «Neuerungssüchtigen», «Zeitgeistigen» anklagend vorzugehen. Identität wird durch Polemik behauptet, auch gegen «modernistische» katholische Theologen und Journalisten, die angeblich «Protestantisierung» betreiben.
————————Ich brauche hier sicher keine Beispiele anzufügen. Sie sind uns zur Genüge bekannt ….

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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