Denunzianten ...

Kommunikationsprobleme?(Weiter bei Röser)
Was seit einiger Zeit in großer Fülle an Mails und Briefen eingeht, voller tiefster Unruhe und Sorge über aktuelle lehramtliche Trends und Entscheidungen, ist erschütternd. Besonders aufwühlend sind Rückmeldungen sehr vieler Priester, die sich in ihrer seelischen Not sogar von ihren eigenen Bischöfen nicht verstanden, im Stich gelassen, ja verprellt fühlen, wo sie Solidarität und ein klares, mutiges Wort aufgrund der bischöflichen apostolischen Vollmacht auch einmal gegenüber den Kurienbehörden erwarteten. Nicht wenige fragen: Wissen die Kirchenführer eigentlich, was Realität ist? Wollen sie es überhaupt wissen? Und welche Schlüsse ziehen sie daraus? Manchmal heißt es wie bei weltlichen Gremien und PR-Beratern, es handele sich um ein Kommunikationsproblem. Das aber ist es nicht. Es handelt sich vielmehr um ein Erkenntnis-, ein Wahrhaftigkeits- und ein Entscheidungsproblem ganz am Wesensgrund des christlichen Glaubens. Dabei leiden anscheinend, wie man vernehmen kann, durchaus auch Bischöfe darunter, dass sie selber in Rom denunziert werden – und dass die Denunzianten fast durchweg vom traditionellen Spektrum mit ihrer «Information» dort anscheinend immer wieder auf genug Leute treffen, die ihren Einflüsterungen wohlwollend begegnen, statt sie auch einmal barsch und energisch an den Ortsbischof zurückzuverweisen.
———————————————————————–
Betr. Kommunikationsprobleme: Immer wieder hörte und hört man dieses Wort, wenn Kritik aufkommt betr. päpstlichen Äusserungen. Die Leute seien halt durch die bösen Medien falsch informiert worden. Doch jedes Mal entdeckte ich bei näherem Zusehen: Am härtesten kommt jeweils die Kritik von jenen, die sehr gut informiert sind (kompetente Journalisten, Professoren usw.). Den andern die Schuld zu geben, ist halt so leicht …

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.blogs-kath.ch/denunzianten/