Los von Rom?

Oder gerade nicht …?(Weiter im Text von Kollega Röser)Wie und wohin laufen die kirchlichen Trends? Was wollen wir, was nicht? Die Debatte darüber ist entbrannt. In Deutschland wurde soeben behauptet, es gebe hier starke nationalkirchliche Bestrebungen, eine «Los-von-Rom-Bewegung» (vgl. Kommentar CIG Nr. 26), sogar bis in die Kirchenführung hinein. Als Beleg werden unter anderem Äußerungen zugunsten eines freiwilligen Zölibats unter Weltpriestern erwähnt. Oder Vorschläge zur Einführung eines Diakonatsamts der Frau, zu Demokratisierung, Gewaltenteilung und Gewaltenkontrolle in der Kirche, Überlegungen zu einer zeitgemäßen Sexualmoral und anderes mehr.
Weg von Rom? Hin nach Rom!
Manche Unterstellung wirkt geradezu kurios: etwa wenn die Bitte, die Zölibatsbestimmung für den lateinischen Teil der Weltkirche dem anzugleichen, was in vielen mit dem Papst verbundenen Kirchen östlicher altehrwürdiger Tradition üblich ist, als Beleg der Trennung von Rom aufgeführt wird. Die aktuelle Debatte orientiert sich ja gerade an Rom, drängt nach Rom, zum Papst selber hin: dass doch endlich an der Spitze ergebnisoffen beraten, auf neue Entscheidungen hingearbeitet werden möge in Dingen, die alle in der Weltkirche mehr oder weniger intensiv betreffen, Lateinamerika genauso wie Westeuropa. Man kann doch auf Dauer nicht tatenlos zusehen, wie sich gewaltige Mehrheiten der getauften Katholiken vom Glaubensleben verabschieden. Wenn es also eine Reformbewegung gibt, dann als flehentliche Hinwendung nach Rom!
———————————————————-Auch wenn man nicht los von Rom möchte, füge ich hier meinen Apho hinzu, der ein gängiges Sprichwort umkehrt:»Alle Wege führen weg von Rom.» Seltsam, dass dies meines Wissens noch nie jemand festgestellt hat…

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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