Anton Rotzetter: Die Freigelassenen – Franz von Assisi und die Tiere. Paulusverlag Freiburg/Schweiz 2011. 197 S., ca. Fr. 28.-Tiere «sind nicht bloss Objekte, Gegenstände, deren Sinn sich darin erschöpft, zum Nutzen oder zur Lust des Menschen da zu sein. Sie sind, wie die Philosophie heute sagt, primär Selbstzweck, in erster Linie um ihrer selbst willen da.» So beginnt der Schweizer Kapuziner Anton Rotzetter sein Buch, in dem er das Verhältnis des Franz von Assisi anhand etwa 50 Geschichten detailreich darlegt. Eine zentrale Rolle spielen dabei unterschiedliche Erzählungen von Vogelpredigt des Heiligen. Weitere Geschichte handeln u.a. davon, wie Franz gefangene Tiere in die Freiheit entlässt (vgl. Titel des Buches).Rotzetter, ein intimer Kenner der franziskanischen Spiritualität, möchte mit seinem Buch «einen strikt wissenschaftlichen Weg einschlagen». Dazu gehören auch relativ breite Diskussionen über die Qualität und die Zusammenhänge der verwendeten Quellen, was der Durchschnittsleser wohl eher als unnötigen Ballast empfindet, der den Lesegenuss mindert. Ebenso ist kritisch anzumerken, dass der Anhang über das päpstliche Stierkampfverbot (S. 179 – 184) wie ein Fremdkörper wirkt. Auch ist zu fragen, ob die «Konkordanz» zur Vogelpredigt (S. 185 – 197) nötig gewesen wäre.
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant