Die liberale Fortschrittlichkeit von CDU und SVPWeiter im ZEIT-Artikel:
«Implizit wird dabei immer auch die eigene liberale Fortschrittlichkeit behauptet. Vergessen sind die Versuche der CDU, gegen die eingetragene Lebenspartnerschaft zu votieren, vergessen die Rückständigkeit des Familienbildes der Christlich-Demokratischen Union, das Festhalten an der Ehe als einer Institution zwischen Mann und Frau oder das Verweigern des Adoptionsrechts für homosexuelle Paare. Es ist eine eigenwillige Allianz aus atheistisch-kritischem Feminismus und christlichem Konservativismus, die etwa das Kopftuch als Projektionsfläche für berechtigte Kritik an der Misshandlung von Frauen einerseits und zugleich für eine phobische Scheu vor Andersartigkeit instrumentalisiert. Da überrascht es gelegentlich, wem es auf einmal so außerordentlich um Frauenrechte geht, und der Verdacht liegt nahe, dass Missachtung vor allem dann entdeckt wird, wenn es sich um muslimische Formen des Patriarchats und des Machismo handelt – als wären die nicht genauso widerwärtig, wenn sie von Nichtmuslimen ausgeübt werden. Wie vielen nichtmuslimischen Bewohnern Baden-Württembergs oder Hessens die Staatsbürgerschaft entzogen werden müsste, wenn auch sie den Test ihrer aufgeklärten Toleranz ablegen müssten, bleibt unklar. Intolerant und illiberal sind immer nur die anderen.» —————-
Statt CDU können wir getrost SVP einsetzen. Die Partei hat vehement das Gleichstellungsgesetz bekämpft und wirft dem Islam vor, gegen die Gleichstellung zu verstossen.Betr. Kopftuch: Bereits 1998 wurde einer Namensvetterin von mir, Fareshta Ludin aus Afghanistan, wegen des Kopftuches eine Anstellung als Lehrerin verwehrt. Es gab Prozess mit einem grossen Medienecho.
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant