Die AuferstehungsbrückeIst es auch Ihnen aufgefallen: In den letzten Jahren wurde öfters eine Verbindung hergestellt zwischen auferstehen, aufstehen, aufstehen gegen das Übel in der Welt. Dazu eine Geschichte von Erzbischof Helder Camara. Er zeigte seinen Gästen gerne eine «Auferstehungsbrücke» und erzählte ihre Geschichte: Die Bewohner einer Favela, die sich auf einer kleinen Insel befand, wurden am Karfreitag gefragt, woran sie leiden. Ihre Antwort: «Wenn wir zum Einkaufen aufs Festland wollen, müssen wir viel Geld für die Überfahrt bezahlen. Oder die Händler kommen zu uns und verkaufen uns die Waren zu einem Wucherpreis.» Was wäre die Lösung? Oder symbolisch gesprochen: Was könnte uns vom Karfreitag zur Überwindung des Leidens, zu Ostern führen? Eine Brücke! Sie wurde in Fronarbeit gebaut und «Auferstehungsbrücke» genannt. Ich könnte nun moralisieren und fragen: Wo ist meine/unsere Auferstehungsbrücke?
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant