… statt traditioneller JargonDenzler meint weiter:Der genannte Professor JOAS ging bei seinem Vortrag in der Katholischen Akademie München auch auf die Herausforderung für die Verkündigung des Glaubens und für die Bildungsarbeit in unserer Zeit näher ein. Als erstes nannte er eine radikale Neuartikulation der christlichen Botschaft, weil der traditionelle Jargon der Kirche heute keine Chance mehr habe verstanden und ernst genommen zu werden. Natürlich sei es eine schwierige Kunst, das wesentliche Erbe Jesu dem heutigen Menschen sprachlich nahezubringen. Worte wie Seele, Sünde, Buße, Hölle, Sühnetod Jesu, Erlösung, Heiligkeit, Himmelreich, ewiges Leben besitzen keine Aussagekraft mehr, ganz zu schweigen von Festtagsbezeichnungen wie Himmelfahrt, Unbefleckte Empfängnis und DreiKönige. Papst Johannes XXIII. appellierte in seiner Eröffnungsrede des Konzils im Jahr 1962 zum aggiornamento, d.h. darauf zu achten, was die Stunde geschlagen hat. Auf die christliche Botschaft angewandt, meinte der Papst: «Etwas anderes ist das Depositum fidei oder die Wahrheiten, die in der zu verehrenden Lehre enthalten sind, und wieder etwas anderes ist die Art und Weise, wie sie verkündet werden, freilich im gleichen Sinn und der derselben Bedeutung.» —-
Eine riesengrosse Aufgabe. Wer sie in Angriff nimmt, wird bestimmt von den «Rechtsen» abgeschossen. Man sei nicht mehr katholisch. Trotzdem….
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant