GoldrauschMein Edito der ite-Nummer über das Fastenopferthema Bodenschätze (vgl. Hinweis von heute morgen):Stellen Sie sich vor: Der Hügel vor Ihrer Haustüre enthält nach zuverlässigen Expertisen Gold, das mit grossem Gewinn abgebaut werden kann. Doch die Freude über diese Entdeckung hält nur kurz an. Denn Sie erfahren, was dies bedeutet: Weil auch unter den Wohnquartieren der Region Goldadern nachgewiesen wurden, wird das ganze Gebiet systematisch umgegraben. «Selbstverständlich» müssen Sie und ihre Nachbarn dem «Goldrausch» Platz machen. Nun, die Gefahr, dass dieses Gedankenspiel Wirklichkeit wird, ist in der Schweiz klein. (Allerdings könnte der Goldabbau auch in der Schweiz rentieren, wie Sie im Artikel «Wenn der Napf ein Peruaner» wäre lesen können; S. 8 – 11)) Brutale Wirklichkeit ist das Szenario jedoch für Hunderttausende, ja Millionen von Menschen in den Kontinenten des Südens. Darum haben Fastenopfer und Brot für alle für ihre diesjährige Kampagne die Aussage gewählt: «Des einen Schatz, des andern Leid. Bodenschätze und Menschenrechte».Auf den folgenden Seiten versuchen wir, einige dieser Zusammenhänge aufzuzeigen. Es handelt sich dabei nicht um theoretische Überlegungen, sondern um die brutale Wirklichkeit, unter denen Menschen wie Sie und ich leiden.Ausserdem bieten wir Ihnen Hintergrundinformationen an, für uns verfasst von einer ehemaligen Direktorin und einem ehemaligen Direktor des Fastenopfers: Anne-Marie Holenstein geht aufgrund ihrer aufwändigen Forschungen der Frage nach, wie weit Religionen in der Entwicklungszusammenarbeit schaden oder nützen. Ferdinand Luthiger erzählt, wie das Fastenopfer vor 50 Jahren entstanden ist.
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/wenn-ihr-wohnquartier-umgegraben-wird/