Und WehmutGeorg Denzler schreibt weiter zur Selbstverpflichtung von 40 Konzilsbischöfen:
«Diesen 40 Initiatoren schlossen sich ungefähr 500 weitere Bischöfe an. Was ist daraus geworden? Wieder zu Hause, setzten die meisten Oberhirten ihren gewohnten Stil fort. Gewiss fehlte es zu keiner Zeit, auch heute nicht, an Prälaten, die von jenem Domitilla-Geist erfüllt sind. Ich denke z.B. an die Bischöfe Kräutler, Helder Camara, Oscar Romero, Kardinal Martini , Bischof «»ƒKamphaus und die Befreiungstheologen Ernesto Cardinal und Leonardo Boff. Im Vatikan freilich merkt man nichts von diesem Geist, auch nicht beim jetzigen Papst Benedikt XVI., obwohl er früher als Theologieprofessor frei von Eitelkeiten und irgendwelchen Allüren gewesen ist.»
Nur zwei kurze Bemerkungen:-Ein User meines Blogs lud den neuen Bischof von Basel ein, sich dieser Selbstverpflichtung anzuschliessen.-Ich freue mich und bin auch ein bisschen stolz, dass ich die meisten der erwähnten Bischöfe und Theologen persönlich kennengelernt habe. Helder Camara durfte ich (in der Sakristei, in der er wohnte) interviewen. Erwin Kräutler darf ich sicher als Freund bezeichnen. Kardinal Martini lernte ich kennen, als er Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen war. Ernesto Cardenal hörte ich während eines Schweizer Besuchs. Und Leonardo war während zwei Wochen während eines franziskanischen Kongresses mein Sitznachbar. Wir haben uns seither öfters gesehen.Diese «stolze» Liste erfüllt mich aber auch mit Wehmut. Die meisten dieser Persönlichkeiten sind schon recht alt (oder wie Helder tot). Was kam/kommt nach ihnen? Solch profilierte Leute haben es heute schwer (vgl. «Restaurationspäpste»)
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant