… von BischöfenGeorg Denzler erinnert sich an das Konzil:
Kurz vor Konzilsende im Dezember 1965 fanden sich in der Domitilla-Katakombe zu Rom 40 Bischöfe zusammen – die meisten aus Südamerika -und einigten sich auf eine Reihe von «Selbstverpflichtungen». Darin hieß es unter anderem: «Als Bischöfe, die sich bewusst geworden sind, wie viel ihnen noch fehlt, um ein dem Evangelium entsprechendes Leben in Armut zu führen, nehmen wir ….. folgende Verpflichtung auf uns: Wir werden uns bemühen, so zu leben, wie die Menschen um uns her üblicherweise leben, im Hinblick auf Wohnung, Essen, Verkehrsmittel und alles, was sich daraus ergibt. – Wir verzichten ein für alle Mal darauf, als Reiche zu erscheinen wie auch wirklich reich zu sein, insbesondere in unserer Amtskleidung (teure Stoffe, auffallende Farben, übertriebene Amtskleidungen) und bei unseren Amtsinsignien (kostbare perlenbesetzte Mitras, Hirtenstäbe und Bischofssitze usw.) die nicht
aus kostbarem Metall – weder Gold noch Silber – gemacht sein dürfen, sondern wahrhaft und wirklich dem Evangelium entsprechen müssen. – Wir werden weder Immobilien oder Mobiliar besitzen noch mit eigenem Namen über Bankkonten verfügen, und alles, was an Besitz notwendig sein sollte, auf den Namen der Diözese bzw. der sozialen und caritativen Werke überschreiben. – Wir lehnen es ab, mündlich oder schriftlich mit Titeln oder Bezeichnungen angesprochen zu werden, in denen gesellschaftliche Bedeutung oder gar Macht zum Ausdruck gebracht wird (Eminenz, Exzellenz, Monsignore …). Stattdessen wollen wir als «Padre» angesprochen werden, eine Bezeichung, die dem Evangelium entspricht. Wir werden in unserem Verhalten und in unseren gesellschaftlichen Beziehungen jeden Eindruck vermeiden, der den Anschein erwecken könnte, wir würden Reiche und Mächtige privilegiert, vorrangig oder bevorzugt behandeln (z.B. bei Gottesdiensten und bei gesellschaftlichen Zusammenkünften, als Gäste oder Gastgeber). – In pastoraler Liebe verpflichten wir uns, das Leben mit unseren Geschwistern in Christus zu teilen, mit allen Priestern, Ordensleuten und Laien, damit unser Amt ein wirklicher Dienst wird.» —
Was ist daraus geworden? Dazu in einer weitern Fortsetzung.
(Ich habe es selber erlebt: Mein Mitbruder Paul Hinder lehnt es als Bischof von Arabien ab, mit Exzellenz angeredet zu werden. In vielen Fällen vergeblich, auch betr. Handkuss….)
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant