Doppelzüngige Argumentationen

In Politik und Kirche Man erinnert sich: Alle Vorschläge, die Steuern in allen Kantonen zu vereinheitlichen, stossen immer wieder auf das Argument, es dürfe nicht in die Hoheit der Kantone eingegriffen werden. Also eine typisch föderalistische Sicht. Aber die gleichen Parteien fordern vehement, betr. Flüchtlingspolitik oder Vermummungsverbot (incl. Burka-Verbot) müssten gesamtschweizerische Lösungen gefunden werden. Es gehe nicht n, dass jeder Kanton …Szenenwechsel: Seit Jahren hören wir, aus Rücksicht auf die Orthodoxen dürfe das Frauenpriestertum in der röm.-kath. Kirche nicht eingeführt werden. Aber noch nie war zu hören, unsere Kirche müsste verheirate Priester zulassen, weil die Orthodoxen ….Gewiss, ich argumentiere vielleicht auch in und wieder so opportunistisch. Aber: Versuchen wir, nicht auf die «hehren» Argumente reinzufallen. Nicht der Föderalismus oder die Ökumene soll in den vorliegenden Fällen verteidigt werden. Es geht darum, billige Argumente zu finden, um Gutgläubige in Staat und Kirche auf seine Seite zu ziehen.

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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