Oder noch entschiedener auftreten?Dazu wieder Herbert Kohlmaier, Chef der österreichischen Laien-Initiative:
«Das Drängen gegenüber der Hierarchie ist sinnlos geworden. Müssen die Reformer also aufgeben? Das können und dürfen sie keineswegs, sondern sie müssen ihr Vorgehen nun ändern. Macht, die sich selbst unangreifbar machen will, kann dennoch außer Kraft gesetzt werden. Sie besteht ja in Wahrheit nur gegenüber denen, die von ihr abhängig sind, die Gläubigen sind das längst nicht mehr. Ihnen steht frei, jene Kirche, die ja die ihre und nicht die der Hierarchie ist, selbst wieder in Besitz zu nehmen (im heutigen Politjargon wäre das «Kirchenbesetzung».)Diese Form des Widerstands gibt es bereits in keineswegs geringem Ausmaß. Abgesehen davon, dass fast alle kirchlichen Vorschriften ignoriert werden, gehen Laien, aber auch nicht wenige Geistliche, eigene Wege. Priester, die wegen Eheschließung aus dem Dienst geworfen wurden, zelebrieren Messen. Ordensfrauen geben die Krankensalbung, engagierte Laien beiderlei Geschlechts gestalten Gottesdienste ohne priesterliche Leitung, welche ja oft gar nicht mehr zur Verfügung steht. Seelsorge ist nicht mehr etwas, das von obrigkeitlicher Genehmigung abhängt.»
Vielleicht möchte jemand konkrete Beispiele erwähnen; ohne die Betroffenen in die Bredouille zu bringen.Hier ein Beispiel: Eine Ordensfrau, die eine soziale Einrichtung leitete, feierte hin und wieder ohne Priester mit ihrer Gruppe Eucharistie. Und teilte dies sogar dem Bischof mit (»Ich erwarte nicht, dass Sie sich damit einverstanden erklären.» Es passierte nichts ….
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant