Ist Kirchenreform unmöglich?

Eine sehr zutreffende AnalyseNochmals Herbert Kohlmaier, Chef der österreichischen Laien-Initiative in seinem Diskussionsbeitrag «Reform muss neue Wege gehen»:
«Doch das ist der Schrecken der Hierarchie. Ihre Abwehr ist total und unerschütterlich. Dinge, die man unschwer und theologisch wohlbegründet ändern könnte, werden von ihr zu heiligen Prinzipien hochstilisiert, oft mit absurden Argumenten. Auch die mahnenden Worte prominenter Deutscher Politiker und eine geradezu sensationelle Willensbekundung zahlreicher Theologen können das Eis nicht brechen. Der Vatikan setzt auf Zeit. Die Reformer seien ebenso alt wie ihre Argumente. Das Kleinerwerden würde eine neue Elite schaffen und die jetzt – wenn auch spärlich – nachrückenden Priester wären gehorsam (was nicht verwundert, denn sie akzeptieren ja das System).
So muss man heute nüchtern feststellen, dass der Reformbewegung endgültiges Scheitern droht. Revolution, wie sie im weltlichen Bereich fällig wäre, bleibt aus, weil sich die Men-schen der Kirchenmacht nicht ausgeliefert fühlen. Sie können ohne Schaden weggehen und was die hohen geistlichen Herren Unverständliches sagen, ist ihnen ohnedies egal. Jene, die an der Kirche hängen und zeitgemäß denken, werden nicht gehört, geschweige denn, dass man mit ihnen redet.»
Kohlmaiers Analyse ist ernüchternd, aber wirklichkeitsgemäss. Wir erleben es zurzeit fast jeden Tag, dass die Hierarchen und ihre militanten Anhänger so reagieren.Wie weit mag es stimmen, dass «der Reformbewegung endgültiges Scheitern droht»? Wir erleben ja in diesen Tagen, wie scheinbar völlig Festgefahrenes verändert wird.

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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