Kirchenaustritte

«Elitenbildung» oder Negativauslese?Jeder Kirchenaustritt sei einer zuviel, meinte am Samstag der oberste Manager der Landeskirchen (RKZ-Generalsekretär). Der Grazer Bischof Kapellari ist anderer Meinung. Er spricht von «Elitebildung». Ihm widerspricht der Obmann der österreichischen Laien-Initiative:
Immer wieder wird seitens der Hierarchie versucht, die große Zahl der Kirchenaustritte zu verniedlichen. So war neulich vom Grazer Bischof Kapellari folgende Äußerung zu lesen: «Von außen betrachtet’ ergebe dies eine Reduktion, nach innen aber könne damit «eine Konzentration im Sinne einer neuen Elitenbildung» einhergehen. Elite sei dabei nicht als ‹arrogante Kleinkommunität’ zu verstehen, sondern im Sinn des Evangeliums als ‹dienstbereite, tief im Glauben verwurzelte Gemeinschaft, die die Breite des Christentums nicht aufgibt». Die Laieninitiative widerspricht dieser Ansicht ganz entschieden. Nicht eine Elitebildung zeigt sich hier, sondern der klassische Fall einer Negativauslese. Der Kirche wird sehr oft von kritisch denkenden Menschen der Rücken gekehrt, die sehr wohl dem christlichen Glauben aufgeschlossen aber mit dem konservativen Kurs der Leitung in Rom nicht einverstanden sind. Bleiben nur mehr jene, die bedingungslosen Gehorsam für richtig halten, bewegt sich die Kirche in Richtung einer Sekte von Fundamentalisten. Dies als «Elitenbildung» zu bezeichnen, erscheint geradezu absurd. Es würde das genau jene «arrogante Kleinkommunität» bedeuten, von der Kapellari spricht. Die Kirche Jesu wäre das sicher nicht mehr!_____________________________________________________ Herbert Kohlmaier,

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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