Die Kirche und die Benachteiligten

Wenn Arme sich um den Altar versammeln Die Kirche in Deutschland (und der Schweiz??) vernachlässigen bei der Planung der neuen Pastoralräume das diakonische Element. Dies meint ein alter Bekannter von mir, der Franziskaner Udo Schmälze. Ein Auszug aus einem Interview mit ihm:
Das caritative Profil der christlichen Gemeinden in der Urkirche hat dazu geführt, dass aus einer Katakombenkirche missionarische Gemeinden entstanden, die als sinnstiftende Kraft zentrale Werte und Normen der Antike neu definierten, z. B. das Verbot der Kindstötung. Wenn die Kirche sich zukünftig noch stärker notgedrungen auf die Liturgie und Sakramentenspendung zurückziehen muss, wird sie dafür einen hohen Preis bezahlen müssen und in unserer säkularisierten Gesellschaft «auf dem Altar verdampfen».Wenn sie jedoch an der Seite von Armen und Kranken bleibt und sich im Sinne von Alfred Delp diakonal profiliert, wird es nicht lange dauern, bis diese Menschen sich auch wieder um den Altar versammeln.
In einem Stadtteil von Duisburg wurde eine Kirche von der Caritas übernommen und umgebaut. Die Menschen in diesem Stadtteil haben darauf gedrängt, dass in dieser Sozialstation ein Gottesdienstraum eingebaut wird, in dem sie sich auch weiter um den Altar versammeln können. Die Wende zeichnet sich bereits heute ab. «Wer Ohren hat zu hören, der höre!»

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.blogs-kath.ch/die-kirche-und-die-benachteiligten/