Im April/Mai 1961 notiert Julius Kardinal Döpfner einige Anliegen, die er dem Generalsekretär der Vorbereitungskommissionen Pericle Felici vortragen möchte. Eine offene Frage ist für ihn, ob das Konzil in einem Zug durchgeführt werden soll oder ob es verschiedene Sessionen geben wird. Bei nur einer Session hält Döpfner einen späteren Konzilsbeginn als Herbst 1962 für notwendig (Dö 151).
Im Hintergrund dürfte eine Besorgnis stehen, die Bischof Albert Stohr von Mainz Döpfner in einem Brief vom 17. April 1961 mitgeteilt hatte: Es solle der Wunsch geäussert werden, «dass das Konzil selbst noch reichlich Möglichkeit zur echten Diskussion haben muss. Es darf nicht so gehen wie auf der Römischen Diözesansynode, wo alle Beschlüsse fix und fertig waren. Das wird natürlich nicht heissen dürfen, dass die Kommissionen ihre Aufgabe nicht ernst auffassen. Aber trotzdem muss noch freie Aussprache im Plenum und in Kommissionen beim Konzil selber herrschen» (Dö 142).
In einer Audienz vom 6.5.1961 tragen die Kardinäle Frings und Döpfner dieses Anliegen Papst Johannes XXIII. vor: «Termin nicht festlegen, Beginn nicht vor Frühjahr 1963. Papst: er dränge nicht, die Sache solle ruhig ausreifen» (Dö 153). Am 3./4.7.1961 notiert Döpfner zuversichtlich: «Unsere Intervention anfangs Mai hatte vollen Erfolg. Sicher ist das Konzil nicht im nächsten Jahr» (Dö 165). Am 2. Februar 1962 wird Papst Johannes XXIII. die Konzilseröffnung auf den 11. Oktober 1962 festlegen.(emf)
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