Kapuziner-Nachwuchs

Der Schein trügtWenn man einige Artikel anschaut, die in den letzten Wochen im Zusammenhang mit unserer Werbekampagne erschienen sind, bekommt man den Eindruck: Spätestens übermorgen gibt’s keine Schweizer Kapuziner mehr.Doch: Immerhin ein halbes Dutzend «Junioren» sind derzeit für einige Tage in unserem Kloster versammelt. (»Junior» ist man bei uns zwischen dem Noviziat und der Ablegung der Ewigen Profess.) Auch wenn der eine oder andere nicht mehr in jugendlich-übermütigen Alter ist, zeigt es sich, dass wir nicht gerade morgen aussterben.Übrigens: Einer der – tatsächlich jungen – Junioren ist Andi B., sozusagen ein Nachbar von mir. Er wuchs in Schötz auf. (Von unserem Stubenfenster aus, in Grosswangen, sieht man den Kirchturm dieses Dorfes.) Ich begrüsse Andi jeweils neckisch mit: «Da kommt einer von Schötz.» Der Hintergrund: Wenn jemand sich über Gebühr breit macht, sagt man bei und zuhause: «Du benimmst dich wie einer von Schötz.»Erst kürzlich erfuhr ich, dass dahinter nicht ein egoistisches, sondern ein solidarisches Verhalten stand. Wenn Schötzer Bauern nach Willisau auf den Markt gingen und einer von ihnen seine Einkäufe/Verkäufe schon erledigt hatten, schickten ihn ein oder zwei Kollegen in die nächste Beiz mit der Bitte, auch für sie einen Platz zu reservieren. So sass dann «einer von Schötz» breit am Tisch, bis sein Kollege oder seine Kollegen kamen.Auch hier gilt: Der Schein trügt…Wer mehr über Andi erfahren will:http://www.facebook.com/pages/Kapuziner-Brig-Glis/164642473577698

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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