Chancenlose?Auch in diesem Jahr werde ich hier kirchenreformische Texte und Kommentare veröffentlichen. Wohl unter dem Motto: «Du hast keine Chance. Nutze sie.» Irgendwann wird’s doch noch heissen: «Und sie bewegt sich doch.»
Hier nochmal was von Bischof Robinson:
Ist es nicht wirklich erstaunlich, dass die Morallehre der katholischen Kirche hinsichtlich eines zentralen Lebensbereichs wie der Sexualität so wenig auf der Bibel fusst? Wie kommt eine christliche Kirche dazu, die Bibel ausser Acht zu lassen, eine neue und komplizierte Sexualethik zu entwickeln, die nicht in den Evangelien enthalten, ja die nicht einmal im Ansatz damit begründbar ist?Die geltende katholische Lehrmeinung propagiert weiterhin, wesentlich an der sexuellen Sünde sei, dass sie eine direkte Beleidigung Gott darstelle. Unabhängig davon, ob einem anderen Menschen Schaden zugefügt wird, wird ein Verstoss gegen die geltende katholische Sexualmoral als Verletzung der natürlichen, Gott gewollten Ordnung angesehen. Die Lehre Philos von Alexandrien hat hier deutliche Spuren hinterlassen. Wenn eine sexuelle Sünde derart als Vergehen gegen die von Gott eingerichtete «Natur» und damit unmittelbar gegen Gott geahndet wird, dann stellen sich zwei Fragen. Die erste Frage betrifft das Verständnis von «Natur», die zweite Frage betrifft das Gottesbild …..Es trifft sich: Ich lese gerade das Buch, das mir Stephan Leimgruber als Rezensionsex. Zugestellt hat: Andreas Illa, Stephan Leimgruber: Von der Kirche im Stich gelassen? Wege einer neuen Sexualpädagogik. (Rezension folgt)Es ist zum Schreien: Warum bleibt die Kirchenleitung meilenweit hinter den hier geäusserten Einsichten zurück?
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant