Gespenst ...

… als Briefträgerin?Nachdem ich das Extraheft von Publik-Forum über Heil/Heilung rezensiert hatte, legte ich es am Freitag in ein Karton-Couvert, adressierte es an meine Handauflegerin Vreny Zehnder in Schüpfheim und brachte es zum internen Briefkasten mit den Postausgängen.Am Montag früh rief Vreny mich leicht aufgeregt an. Sie hatte das Heft auf mysteriöse Weise bekommen. Am Sonntag, kurz vor halb acht abends, klingelte es an ihrer Türe. Im Gang stand eine alte Frau: schwarz gekleidet, mit seltsamer Mütze, Gesicht voller Falten. Sie sprach Hochdeutsch mit fremdem Akzent und übergab das Couvert, auf dem die Marke nicht gestempelt war. Vreny solle es sofort öffnen: «Morgen könnte es zu spät sein.» Als Vreny den Absender sah, erbleichte sie. Sie stellte sich vor, mir ginge es schlecht und ich hätte eine Expressbotin zu ihr geschickt…Wie die Frau denn heisse? «Ich komme von weit her?» Ob sie in die Wohnung zu einem Tee komme? «Ich muss sofort auf den Zug. Sonst komme ich heute nicht mehr nachhause.»Ein Gespenst im Dienste der Post????

Walter Ludin

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