Die armen Millionäre«Vaterlandslose Gesellen» nannte man im Kaiserreich, in der Weimarer Republik und in der Nazizeit die Sozialisten, weil sie sich dem Nationalismus verweigerten und internationale Kontakte pflegten. Doch wenn es darauf ankam, konnte das Vaterland auf sie zählen. Sie zahlten Steuern und liessen sich sogar im Krieg abschlachten.Es fällt mir schwer, den Begriff «vaterlandslose Gesellen» nicht zu verwenden, wenn ich an die Schweizer Milliardäre und Millionäre denke, die in diesen Tagen uns erpressen: «Wenn die SP-Steuer-GERCHTIGKEITs-Initiative angenommen wird, ziehen wir ins Ausland.»Sicher, sie sind nicht alles «Abzocker». Wie Alfred N. Schindler vom gleichnamigen Liftkonzern betont, haben die Unternehmer hart gearbeitet. Aber ich denke an die Krankenschwestern/Betagtenbetreuerinnen/Serviererinnen usw., die neben ihrer harten Arbeit noch Kinder grossziehen und/oder sich um ihre betagten Eltern kümmern und nicht am Ende des Jahres mehr als 7 Millionen auf ihrem Konto haben. Zu den Erpressungsversuchen kann man nur sagen: Erst jetzt recht ein JA zur Initiative.PS. Wohin wollen die Herren denn ziehen? Nach Deutschland, einem Land, aus dem Reiche gerade wegen den hohen Steuern zu uns ziehen? Oder in ein Drittweltland mit 50 Prozent Inflation und einer Kriminalität, welche die Wohlhabenden zwingt, in streng bewachten Ghettos zu leben?
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
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