Amüsantes Gespräch im Spital

Keine SchönheitsoperationHeute musste ich mich im Spital einem Anästhesiologen, Dr. Christen «zeigen», der abklären sollte, ob ich für eine weitere Narkose reif wäre; um durch eine Operation ein Stück Lunge herauszuholen, damit genügend Material für Biopsien da ist und dann Therapien zu entwickeln werden. Der Mann war sehr humorvoll.Er meinte zu Beginn: «Wenn Sie zu einer Schönheitsoperation Ihrer abstehenden Ohren kämen, würde ich sie rauswerfen. Für so was wäre das Risiko unverantwortlich.» Doch es handle sich um etwas Wichtiges: die Lunge zu heilen, die «schlechte Werte» habe. Ich bat ihn, mir diese Werte zu erklären: «Es gibt eine wissenschaftliche Erklärung; und eine einfache, für Leute wie Sie und für mich als Anästhesiologen, also für Laien.» Kurz: Der Teil der Lunge, der Sauerstoff aufnimmt und CO 2 ausscheidet, funktioniert schlecht».Dann gab es einen – komplizierten Test: Der Arzt stieg mit mir zwei Treppen hoch, um zu schauen, ob ich ins Schnaufen käme. Er war erstaunt, wie gut der Test verlief. Nun wird er mit den Kollegen von der «Lunge» diskutieren. Es sei völlig offen, in welchem Zeitraum eine OP stattfinden würde. Ich signalisierte, ich möchte vorher den Hausarzt kommentieren.Nun, wenn es die Chance gibt, dass die spontane Heilung weiterhin so gut voranschreitet, möchte ich nicht, dass an der Lunge geschnetzelt wird. Für mich ist noch alles offen.Der Arzt machte mir unter der Türe noch ein schönes Kompliment: «Ein Körperteil funktioniert bei Ihnen noch sehr gut.» Er zeigte auf den Kopf und meinte: «Sie kennen sicher Gleichaltrige, bei denen es anders ist.»

Walter Ludin

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