Koste es, was es wolleFamilie Schweizer hat zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter. Beide studieren noch. Der Sohn ist schon mehrmals durch die Examen gesegelt. Sein Selbstwertgefühl ist entsprechend klein. Er weiss, was ihm helfen könnte: Ein schnittiger Ferrari gäbe seinem Ego gewaltigen Auftrieb. Die Tochter hat schlimme Depressionen. Auch da gibt es ein Heilmittel: ein Cabriolet, das ihr helfen würde, den Kopf durchzulüften und die schlimmen Gedanken wegzuwehen. Die Eltern aber sind gegen die beiden Anschaffungen: «So etwas können wir uns bei aller Liebe nicht leisten.» Der Sohn und die Tochter haben dafür nur ein müdes Lächeln übrig: «Was seid ihr so altmodisch. Man fragt doch nicht, wozu das Geld reicht, sondern schafft an, woran man Freude hat.»Zu Recht würde man den Jungen pubertäres, unreifes Verhalten vorwerfen. Na nu, genau so «reif» verhalten sich zurzeit unsere bürgerlichen Sicherheitspolitiker. Sie wollen auf Teufel komm raus neue Flugzeuge. Für jene, die meinen, die Finanzen der Eidgenossenschaft würden dafür nicht reichen, haben sie nur ein müdes Lächeln übrig.
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
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