Papst Johannes XXIII. gründete am 5. Juni 1960 das Sekretariat zur Förderung der Einheit der Christen als Vorbereitungskommission für das Zweite Vatikanische Konzil und übertrug dessen Leitung Augustin Kardinal Bea SJ – eine Verstärkung der mit der Konzilsankündigung hervorgerufenen ökumenischen Begeisterung. Das Einheitssekretariat sprach sich am 15. Dezember 1960 für die Einladung von nichtkatholischen Beobachtern ans Konzil aus, womit sich Johannes XXIII. an Weihnachten 1961 einverstanden erklärte. In der ersten Jahreshälfte 1962 verhandelte der Sekretär des Einheitssekretariats, Johannes Willebrands, mit verschiedenen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften über die Entsendung von Beobachtern. Dabei aber wurden die orthodoxen Kirchen eher vernachlässigt, was beim ökumenischen Patriarchen Athenagoras zu Verärgerung führte. Dazu kam das Faktum, dass zwischen den verschiedenen orthodoxen Kirchen Spannungen herrschten, insbesondere zwischen Moskau und Konstantinopel, angereichert durch die politischen Spannungen des Kalten Krieges, wo lange nicht klar war, ob die russische orthodoxe Kirche eine Einladung annehmen würde. Am 24. Juli 1962 erging von Rom aus die offizielle Einladung an den ökumenischen Patriarchen Athenagoras zur Entsendung von Beobachtern, am 2. Oktober 1962 schliesslich auch eine Einladung nach Moskau.(Urban Fink-Wagner, vgl. Joseph A. Komonchak: Der Kampf für das Konzil während der Vorbereitung [1960-1962]. In: A 1,189-401, hier 359-369)
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