Glaubwürdiges Christentum (1)

Klaus-Peter JörnsDer deutsche reformierte Theologe Klaus-Peter Jörns, 71, ist seit ein paar Jahren unter den Kirchenreformern ein Geheimtipp. Zum Beispiel sein Buch KLAUS-PETER JÖRNS, Abschiede. Auf dem Weg zu einem glaubwürdigen Christentum. Gütersloher Verlagshaus, 4. Auflage 2008.
Er spricht sich in seinem Buch für den Abschied von manchen biblisch-dogmatischen Vorstellungen aus, die nicht mehr glaubwürdig seien. Karl Mattmüller, Diakonieverantwortlicher der Landeskirche, listet im Luzerner Kirchenschiff die für ihn zehn wichtigsten Leitsätze auf.
Ein glaubwürdiges Christentum…
…weiss um seine jüdischen, mesopotamischen, ägyptischen, griechischen und römisch-hellenistischen Wurzeln (religiöser Pluralismus in der Bibel).
…geht von einer universalen Wahrnehmungsgeschichte Gottes aus, die jeweils kulturell geprägt ist, und schränkt demzufolge eine «Offenbarung Gottes» nicht auf die jüdischchristliche Bibel ein.
…gestaltet die Beziehung der Christen zu Gott und untereinander aus der Orientierung an Jesus Christus und versteht sich als Gesinnungs-Gemeinschaft gegenseitiger Wertschätzung.
…bindet die heilsame Liebe Gottes weder an irgendein Opfer noch an andere Leistungen. Sie ist grundlos, bedingungslos und grenzenlos.
…wird liturgische Texte und Lieder revidieren, in denen von Herrschaft oder Allmacht Gottes die Rede ist oder die von einer Sünde- und Gehorsamskultur geprägt sind.
Fortsetzung folgt.Die Diskussion ist eröffnet …

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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