Weltkirchliche RücksichtnahmeDer neue Wiener Professor für Pastoraltheologie, der Nachfolger von Paul Zulehner, Prof. Johannes Pock, hinterfragt in einem Interview das Postulat, die Ortskirchen müssten in Fragen der Priesterweihe u.ä. Rücksicht auf die Weltkirche nehmen. Dies bringe «niemanden weiter». Es bräuchte vielmehr «ein Einsehen der Weltkirche für die unterschiedlichen Probleme in den unterschiedlichen Regionen.» Es gehe ihm daher nicht um die Abschaffung des Zölibats, sondern «um mehr Vielfalt der Lebensformen im Priesteramt». Dass dies kein Widerspruch darstellen muss, zeige etwa die Erfahrung mit verheirateten Priestern aus den unierten Kirchen, «die mit Frau und Kindern in katholischen Pfarrhöfen in Österreich leben und hier Gemeinden leiten».
Es bedürfe aber auch angesichts der steigenden Anzahl an Pfarrverbänden eines Umdenkens bei der Frage der Gemeindeleitung, so der Theologe weiter. Auch hier könne den Laien mehr Verantwortung gegeben werden. Das Priesterbild wandle sich unter dem Druck steigender Aufgaben immer mehr vom Seelsorger zum Manager – das bedeute jedoch eine Aushöhlung des Amtes, insofern ein Priester «kaum mehr die Erwartungen der Gemeinden, nämlich Menschen zu begleiten, erfüllen kann». Pocks nüchterne Analyse: «In Wahrheit werden Priester zu Pfarrverbandsleitern, die keinen unmittelbaren Kontakt zu den Menschen mehr aufbauen können.»
Frage: Wie stehts es diesbezüglich mit den unterschiedlichen Schweizer Lösungen: Pastoralräume usw.????
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant