«Wir befinden uns bereits mitten in den Ferien. […] Es gibt aber einen Ort […], wo es heuer im Sommer 1962 für niemanden einen Urlaub gibt, weil die Arbeit drängt und viele Verpflichtungen noch immer anfallen. Das ist Rom – oder besser gesagt, der Vatikan – wo mitten in der römischen Hitze die Vorbereitungsarbeiten für das vatikanische Konzil ihrem Ende entgegengehen. […] Man kann sagen, dass kaum ein Konzil so gut vorbereitet wurde wie das kommende. Man kann sagen, dass wohl kein anderes Konzil im Vorbereitungsstadium so sehr das Interesse der Weltöffentlichkeit erregt hat wie das 2. Vatikanische.Was kann nun die Welt, die Christenheit, was können die Katholiken von diesem Konzil erwarten? […] Ich möchte darauf kurz antworten: mit Vertrauen und Realismus oder, wenn ich ein Wortspiel gebrauchen darf, mit realistischem Vertrauen und mit vertrauensvollem Realismus. Mit realistischem Vertrauen, das heisst, wir sollen sowohl überschwengliche Erwartungen wie zu grosse Zaghaftigkeit meiden; mit vertrauensvollem Realismus, das heisst, wir sollen uns auf die Wirklichkeit stützen, so wie sie ist. Dazu gehört nicht zuletzt für Katholiken auch das Vertrauen auf den Beistand Gottes.»(Schweizerische Kirchenzeitung, 19. Juli 1962; ufw)
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