Emanzipierte (Ordens)Frauen II.

Schimpfende und stampfende Nonnen(Fortsetzung des Textes von gestern, aus einem Manus von Alois Odermatt)Besonders in Spanien schufen die reichsten Familien einige dergrössten und vornehmsten Häuser für Zisterziensernonnen. Diese Klöster besassen beachtlicheFreiheit, sich nach Belieben zu entfalten. «In einer noch unkomplizierten adeligen Umwelterinnern die Zisterzienseräbtissinnen grosser spanischer Gründungen an die Glanzzeitder Frauen im religiösen Leben unter den Merowingern. Innozenz III. war empört, als er hörte,dass sie ihre Nonnen selbst einsegneten, Beichte hörten und von Kanzeln predigten.»31Das Generalkapitel des Männerordens versuchte, die Nonnenkloster einer strengeren Aufsichtzu unterwerfen. Aber es hatte nur begrenzten Erfolg. «Die Zisterzienser merkten zu spät, dasssie die Nonnen nicht mit derselben selbstverständlichen Strenge behandeln konnten, die siegegen ihre Mönche an den Tag zu legen pflegten. In den Jahren 1242/44, als der Versuch, dieNonnen der Aufsicht von Zisterzienseräbten zu unterstellen, seinen Höhepunkt erreicht, kames in den Klöstern zu Unruhen. Die temperamentvolle Äbtissin und die Nonnen von Parc-aux-Dames in Nordfrankreich schimpften und stampften mit dem Fuss auf und verliessen unterProtest den Kapitelsaal, als der offizielle Visitator ihnen die jüngste Gesetzgebung übermittelte.Das Generalkapitel versuchte – wir wissen nicht mit welchem Erfolg – die Rädelsführerdieser Demonstration zu disziplinieren, widerrief aber im folgenden Jahr den radikalsten Teilseiner Gesetzgebung. Wenn es hart auf hart ging, mussten sich die Gesetzgeber der Machtweiblicher Freiheit beugen.»

Walter Ludin

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