«Wenn Sie mich also fragen, was am Konzil neu war, dann muss ich antworten: Das Unerwartetste war seine Einberufung. Nach dem I. Vatikanischen Konzil und seiner Lehre über den Primat und die Unfehlbarkeit des Papstes meinten viele, dass nun nie mehr ein Konzil stattfinden müsse; der Papst könne alle hängigen Fragen in eigener Vollmacht regeln. Die Konzilsankündigung stiess deshalb in Rom auf grossen Widerstand. Man versuchte, den Papst zu überreden, eine Synode für das Bistum Rom sei vordringlicher als ein allgemeines Konzil. Der Papst erwiderte: ‹Dann machen wir zuerst eine Synode und dann das Konzil.› So wurde in aller Eile in Rom eine Diözesansynode vorbereitet und abgehalten. Ein dickes Buch mit Synodenbeschlüssen wurde in der Lateranbasilika vorgelesen und dann veröffentlicht. Heute ist es völlig vergessen. Aber der Weg war frei für das Konzil».(Peter Henrici: 50 Jahre konziliare Erneuerung: Was war am Konzil neu? [= Kleine Texte aus dem Kloster Reute Heft 1]. Bald Waldsee 2009, 5f; ufw)
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