Einschneidende Kirchenreformen

… statt kosmetische OperationenWer den folgenden Abschnitt aus Hoffmanns Jesusbuch liest, spürt, wie viel noch zu tun ist, bis die Kirche wieder die Form findet, die der biblischen Botschaft entspricht. Ob die aktuellen Hierarchen fähig sind, entsprechende Schritte einzuleiten?
«Der kirchliche Reformprozess kann sich daher nicht mit kosmetischen Operationen begnügen. Will auch die römische Kirche ihrem Rekurs auf Jesus von Nazaret gerecht werden, sind einschneidende Reformen nötig: eine konsequente Dezentralisierung und Entmonopolisierung der Kirchenleitung (Subsidiaritätsprinzip), Aufbau der Kirche von unten nach oben, synodale Verfassungsstrukturen, die Trennung von Legislative und Exekutive, die Wahl (auf Zeit?) aller, die in der Ortsgemeinde bzw. in den übergemeindlichen kirchlichen Ämtern Verantwortung übernehmen, unabhängige Schlichtungsstellen, die in Konflikten vermitteln, usw.Wie in der Urkirche müssten Frauen und Männer in gleicher Verant¬wortung das kirchliche Leben gestalten können, mit der Konsequenz, dass auch Frauen zu kirchlichen Leitungs- und Lehrämtern sowie zum Presbyteramt zugelassen werden. Ebenso ist die volle Akzeptanz der Laientheologinnen und -theologen auf allen Ebenen und in allen Berei¬chen kirchlicher Arbeit zu fordern.Der moderne Mensch, der für sich zu Recht die Freiheit von obrig-keitsstaatlichem Reglement und die Anerkennung seiner Mündigkeit in Anspruch nimmt, wird sich für ein Engagement in der Kirche, gleich¬gültig welcher Art, nur gewinnen lassen, wenn er in ihr auch seine Freiheit und Würde respektiert erfährt.»

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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