Tagsatzung

Mein Rücktritt aus dem VorstandHeute werde ich an der GV der Tagsatzung aus dem Vorstand verabschiedet (leider in meiner Abwesenheit). Ich hatte die Demission schon vor meiner Erkrankung eingereicht. Denn rund 14 Jahre, zum Teil recht intensiver Mitarbeit sind genug.Hier meine schriftlich vorbereiteten Abschiedsworte: Mein Engagement bei der Tagsatzung hat eine lange Vorgeschichte, die bis 1973 zurückgeht. Kurz nach Abschluss meines Theologiestudiums in Solothurn und kurz vor Beginn meines Journalistikstudiums in Freiburg wurde ich Pressechef der Synode 72 des Bistums Basel. So durfte ich diese fantastische Aufbruchbewegung aus nächster Nähe mitverfolgen und auch etwas mitgestalten. Basis und Bischöfe zogen am gleichen Strick. Sämtliche Bischöfe haben alle Schlussdokumente unterzeichnet. Übrigens hat keiner ihrer Nachfolger die Unterschrift zurückgezogen. Beeindruckend war auch, zu erleben, wie die Mündigkeit der Laien einen gewaltigen Schub bekam. Es ist anzunehmen, dass dies der Grund war, dass der Vatikan den geplanten schweizerischen Pastoralrat strikte verboten hat.Als kleiner Ersatz gab es zwei Mal die Pastoralforen (1978 in Einsiedeln, 1981 in Lugano. Übrigens: Im Auftrag der Bischofskonferenz leitete ich auch hier die Pressestelle. Ich hatte damals ihr Vertrauen. Heute würde ich von ihnen wohl nicht einmal zum Fotokopieren aufgeboten. Ich kann damit leben. Vor allem wenn ich denke, nicht ich hätte sich so sehr verändert ….)Aus Gründen, die niemand völlig kennt, kam es zu keinem dritten Pastoralforum. In dieser Zeit lancierte Leo Karrer die Idee der Tagsatzung. Ich habe sie publizistisch unterstützt. So war ich nicht erstaunt, dass Nana Amstad und Bruno Strassmann mich einluden, in der Vorbereitung der von ihnen lancierten Tagsatzung im Bistum Basel mitzumachen. Die erste Tagsatzung in Luzern war stimmungsmässig durchaus mit der Synode 72 zu vergleichen. Besonders auch Leo war überglücklich. Während der Medienkonferenz flüsterte er mir zu: «Nana, Bruno und Du haben das Ehrendoktorat verdient!»Inzwischen wurde ich oft gefragt: «Was habt Ihr erreicht? Welches sind Eure Erfolge?» Dazu nochmals eine Rückblende: Bevor wir die Ewige Profess ablegen durften, schärfte unser verehrter Magister Barnabas Flammer jedem im Einzelgespräch ein: «Wenn du auch nur zu 51 Prozent vom Erfolg abhängig bist, solltest du auf die Profess verzichten.» Ich meine, es lohnt sich auch für Kirchenreformer/Innen, darüber nachzudenken.Nun, den einen oder andern Erfolg hatten wir bestimmt in der Tagsatzung. Viele davon liegen eher im Verborgenen. Vor allem aber: Wir haben ein Zeichen gegen die Resignation gesetzt, indem wir gezeigt haben, dass wir die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht aufgeben. Und wir werden weiterhin dieses Zeichen setzen. Ich schliesse mich in dieses Wir ein, auch wenn ich nicht mehr im Vorstand bin.Kürzlich habe ich in meinem Blog geschrieben:» Bekanntlich lässt sich der Frühling nicht aufhalten. Wohl auch nicht in der Kirche.»

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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