Abseits vom Priestermangel

Theologisches UnrechtDie «verordnete Ehelosigkeit des Priesters» und erst recht die Diskriminierung der Frau im Bereich der Weihe sei ein sehr schweres theologisches Unrecht, unterstreicht Walter Kirchschläger (vgl. blog vom SA!)
«Wenn es um die Behebung eines theologischen Defizits geht, kann dagegen aber nicht mit nachgeordneten Gründen argumentiert werden. Die Dringlichkeit des Anliegens gilt zunächst besonders dort, wo die Kompetenz der Kirchenleitung zur Änderung des Sachverhalts nicht bestritten wird, also im Bereich der Frage der verordneten Ehelosigkeit des Priesters. Es kann nicht zugewartet werden, bis religiös bezogene Ehelosigkeit und bis Ehe als Lebensstand gesellschaftlich wieder an Wertschätzung gewonnen haben. Das würde für mich auch bedeuten, dass wir die präventive Abwendung künftiger Hochwasserschäden aufschieben, bis ein Klimawechsel eingetreten ist. Umkehr beginnt bei mir selbst und jetzt, bei mir – als Kirche. Das theologische Unrecht wiegt aber dort wohl grösser, wo die Diskriminierung der Frau hinsichtlich der Zulassung zum priesterlichen Dienst auf die Ebene der «göttlichen Verfassung der Kirche» gehoben und unter Hinweis auf die dem Simon durch Jesus übertragene Aufgabe, «die Brüder [und Schwestern] zu stärken» (Lk 22,32) bekräftigt wird. Die Stichhaltigkeit der Argumentation bedarf einer dringenden Überprüfung.»
Fortsetzung folgt

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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