Verherrlichen – erklären – abschaffen?Wir dürfen das Leiden nicht verherrlichen, wie es in einer seltsamen mittelalterlichen Leidens-Mystik geschah, die in Resten bis heute weiterlebt, und es auch nicht als Strafe Gottes anschauen, wie es am Anfang der Aids-Diskussion geschah (z.B. durch den damaligen Chefredaktor des «Vaterland». Wir sind versucht, es zu erklären. Doch: Müssen wir es erklären? Dazu Karl Marx: «Philosophen wollten das Leiden erklären. Wir wollen es abschaffen.» Zwar kann das Leiden weder völlig erklärt noch ganz abgeschafft werden. Doch Leonardo Boff hat wohl den richtigen Weg gefunden. «Leiden kann nicht verstanden, sondern nur bekämpft werden.» Darum hatte das deutsche Hilfswerk Misereor vor etlichen Jahren den Slogan: «NEHMT DEN MENSCHEN VOM KREUZ!» wenn ehrlich: statt Jesus vom Kreuz zu nehmen, kreuzigen wir ihn,»«¢ indem wir andern Leid zufügen,»«¢ Menschen in Not gleichgültig begegnen: Zum Schluss lade ich Sie ein, das Leiden im Gebet vor Gott hin zu tragen, das eigene und das Leiden anderer. In einem Text «12 Gründe in der Kirche zu bleiben» las ich den Satz: «In ihr treten Menschen mit Gebeten und Gottesdiensten für andere ein.»
Andermatt, Karfreitagsgottesdienst 15 00 Uhr
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant