Haag-Preis 2011 für Walter Kirchschläger

Wir gratulierenWie ich in der gestrigen Neuen Luzerner Zeitung melden konnte, gehört Walter Kirchschläger zu den Preisträgern 2011 der Herbert-Haag-Stiftung «Für Freiheit in der Kirche». Lieber Walter, herzliche Gratulation zu dieser hoch verdienten Ehrung.
Wohl nicht alle Bischöfe werden sich darüber freuen. Denn K. Koch, stellte an ihn Rückfragen zu «Zukunft der Gemeindeleitung»: diakonia 32 (2001) 422-428, hier 423: «, ist diese Rückfrage vor allem an den Neutestamentler Kirchschläger zu stellen. Denn es geht nicht an, das neutestamentliche Amtsverständnis bruchlos auf die heutige Situation unserer Pfarreien zu übertragen, ohne dem großen Unterschied Rechnung zu tragen, der zwischen einer biblisch bezeugten Gemeinde, die kaum mehr als 120 Mitglieder umfasst haben dürfte, und heutigen Pfarreien besteht.»
Wer Kirchschlägers Texte liest, weiss er, dass er keineswegs so naiv ist. Hier ein Abschnitt aus seinem hier mehrmals zitierten Vortrag:
Kein unkritisches «Zurück zur Urkirche»Die Annahme, damit werde einer «bruchlosen» Übertragung des biblischen Befundes ins Heute das Wort geredet, ist allerdings unzutreffend. Denn es geht nicht um ein Plädoyer dafür, die urkirchliche Lebenspraxis imitierend zu kopieren. Der biblische Befund und die Kirchenpraxis dürfen aber nicht isoliert nebeneinander stehen, sondern sie müssen sich zumindest miteinander verknüpfen lassen. Dabei muss der entsprechende Vorgang in Reflexion und Praxis allerdings von der Kirche im jeweiligen Heute geleistet werden, nicht vom (vorgegebenen) biblischen Befund. Dieser ist bestenfalls – siehe oben – richtig zu lesen. Bevor die Kirchenleitung auf allen Ebenen nicht die Grundlagen des Bibelverständnisses des Konzils nachvollzieht, wird dies schwer möglich sein.Denn es ist einfach nicht zutreffend, was die Glaubenskongregation hinsichtlich der Aussagen des Apostolischen Schreibens über die Unmöglichkeit der Weihe von Frauen erklärt hat: «Diese Lehre …[ist] auf dem geschriebenen Wort Gottes gegründet und in der Überlieferung der Kirche von Anfang an beständig gewahrt und angewandt» worden. Dies kann man oder frau nur behaupten, wenn der biblische Befund – hier zur Schaffung des Zwölferkreises Mk 3,13-19 und par Lk 6,12-16 – buchstäblich gelesen wird und wenn die entsprechenden Leerstellen der neutestamentlichen Zeit und der unmittelbar daran anschliessenden Epoche stillschweigend mit der eigenen Position aufgefüllt werden. und der unmittelbar daran anschliessenden Epoche stillschweigend mit der eigenen Position aufgefüllt werden.

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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