Im Stundentakt ...

… Verteidigung des PflichtzölibatsEs ist sicher problematisch, die Missbrauchsfälle in einen direkten Zusammenhang mit dem Pflichtzölibat zu stellen. Aber immerhin: Es ist eine gute Gelegenheit, wieder einmal dieses unselige Kirchengesetz in Frage zu stellen – ein Gesetz, das die Mehrheit der Gläubigen weltweit der regelmässigen Feier der Eucharistie beraubt.Aber je mehr gegen den Pflichtzölibat argumentiert (!) wird, umso stärker kommt die Gegenreaktion – fast im Stundentakt. Hier ein Beispiel aus dem Vatikan:
Hie und da ein Fehltritt
19.3.10 (Kipa) «Das Beunruhigendste an der ganzen Sache ist nicht, dass hie und da mal ein Priester einen Fehltritt macht, was gemessen an anderen Bevölkerungsgruppen ja relativ selten vorkommt. Sondern dass die Masse der katholischen Bevölkerung nicht mehr für den Pflichtzölibat ist. Sie ist zwar für den Zölibat, aber als Wahlmöglichkeit. Und das beunruhigt uns am meisten. Denn die Atmosphäre, aus der die künftigen Priester heraus kommen, ist nicht mehr so gegeben wie früher. Als ich mich vor über 60 Jahren langsam dem Gedanken annäherte, Priester zu werden, hat die grosse Mehrheit dem Pflichtzölibat noch zugestimmt. Und das ist heute nicht mehr der Fall.»
Erwin Gatz, Leiter des Priesterkollegs Campo Santo Teutonico in Rom, findet die aktuelle Debatte um den Zölibat «hysterisch». Im Gespräch mit der ARD betonte er, der Zölibat sei eine Möglichkeit zu «grosser Freiheit. Ja, lieber Hochwürdigster Herr, damals, vor 60 Jahren war alles noch so schön, so heil. Darum: Beten wir, dass die heile Welt noch eine Weile hält….

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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