Priester zwischen Fossil und Reliquie

Angst vor Prognosen?Eine zweite Folge von Erich Guntli in CiG:»Der Blick in die Runde einer Priesterversammlung lässt unweigerlich die Frage aufkommen: Wer überlebt die nächsten zehn Jahre? Fantasien über größere Zeiträume müssen verdrängt werden, um nicht depressiv zu werden.Das Durchschnittsalter der Priester in Mitteleuropa liegt in etwa an der Grenze des bürgerlichen Pensionsalters. Nachwuchs ist kaum in Sicht.»
Zwischenfrage:Wäre es nicht an der Zeit, endlich eine ausführliche Personalprognose zu erstellen: Wie viele Priester gibt es bei uns noch in 10, 20, 30, 40 Jahren??? Wagen es die Bischöfe nicht, schonungslos hinzuschauen, weil die Zahlen rasant gegen Null tendieren? Polemisch gefragt: Wann gibt es den einen Pastoralraum Schweiz????
Nochmals Kollege Guntli:
«Sonderlich gut fühlt es sich nicht an, einer aussterbenden Gattung anzugehören, als Relikt vergangener Zeiten zu gelten. Ebensowenig fühlt es sich gut an, nicht mit gutem Gewissen kürzer treten zu können, wenn die Kräfte nachlassen. Zwischen Fossil und Reliquie – keine sonderlich stimmige Perspektive.Da sind Sympathiekundgebungen ebensowenig hilfreich wie der immer wiederkehrende Hinweis,wie unendlich wichtig, wertvoll und schön der priesterliche Dienst sei.»

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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