.. mit einem Kritiker umgingen(Grippebedingt reicht meine Kräfte nicht aus für tiefschürfende theol. Überlegungen. Doch zu einem kleinen Stück «Memoiren»)Die Nationalratsdebatte vom vorletzten Montag über die Pilatus-Flugzeuge hat mich wieder daran erinnert: Schon Anfang der 1980er-Jahre gab es im ganzen Land heftige Diskussionen. Der Anlass: die Beteiligung dieser Maschinen an der Bombardierungen von Dörfern im guatemaltekischen Hochland. Da ich dort war, war ich für die Frage sensibilisiert, legte mir Dossier an und verschickte Protestbriefe.Die Direktion der Pilatuswerke versicherte damals hoch und heilig, die PC-7 (dann.. 9, 12) seien blosse Trainigsmaschinen. Gleichzeitig pries sie in der internationalen Aviatikpresse die (umgerüsten) Maschinen als Kampfflugzeuge an: «Leichte Maschinen können hart zugeschlagen.» Auf meinen Brief antworte die Direktion mit der unverschämten Bemerkung, die «von Ihnen behaupteten (!) Massaker haben nichts mit unsern Maschinen zu tun.» Und ich erhielt Besuch vom Marketingschef, der mir einen teuren Kalender über die Vorzüge der PilatusPORTER schenkte. Dabei ging es keineswegs um diese nützlichen «Esel der Lüfte». Ich fühlte mich veräppelt…Auch dem CVP-Regierungsrat, der im Verwaltungsrat der Pilatuswerke sass, schrieb ich einen Brief. Er lud mich nach Stans zu Kaffee und Kuchen ein. Einleitend signalisierte er mir, dass ich ihm dankbar sein könne, da er meinen Brief nicht dem Provinzial gezeigt habe. Dieser war zuvor Rektor in Stans und mit ihm eng befreundet … Ich verspürte nicht Dankbarkeit, sondern Verdemütigung, wie ein ein kleiner Schüler: «Hansli, du bist ein böser Bub. Ich müsste dies eigentlich deinem Papi sagen…»Beide Reaktionen zählen wohl nicht zu PR-Glanzleistungen ..
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant