Nochmals eine palästinensische Stimme

Antisemitisch?Zoughbi Zoughbi warnt in seinem hier bereits ausschnittweise wiedergegebenen Vortrag dafür, gegenüber dem Konflikt im «Heiligen Land» untätig zu bleiben, weil man Angst hat, als antisemitisch zu gelten:
Zwischen Unterdrücker und Unterdrücktem gibt es eine gewaltige Machtungleichheit, die den Unterdrückten immer als ‹underdog’ sieht. Die Gründe für die Einstellung des Unterdrückers müssen angesprochen werden, um ein Gleichgewicht herbei zu führen. Ein Unrecht versöhnen schließt sowohl eine Veränderung des Herzens mit ehrlicher Reuebereitschaft wie eine Veränderung der Taten mit ein. Hier werden nur einige der notwendigen Veränderungen aufgelistet, um den Weg für einen versöhnenden Dialog zwischen Unterdrückten und Unterdrücker zu ebnen:
«»¢ Die Apartheid-Mauer und alle einseitigen Aktionen, die Menschenrechte verletzen, beenden. (Zwischenbemerkung von WLu.: Im Märzheft von ite wird darüber ein sehr informativer Artikel zu finden sein. Sichern Sie sich schon jetzt ein Gratis-Exemplar: abo@kapuziner.org)
«»¢ politische Gefangene entlassen und ihnen dieselbe Freiheit wie allen gewähren relevante UNO-Resolutionen umsetzen
«»¢ Entfernung von Checkpoints und Sicherung der Bewegungsfreiheit
«»¢ der Konfiszierung von Land und dem Bau von Siedlungen Einhalt gebieten
«»¢ die natürlichen Ressourcen Wasser und Land allen zur Verfügung stellen
«»¢ freier Zugang zu freien Medien «»¢ eine neue Gesetzgebung, um diskriminierende Gesetze zu ändern»«¢ die geografische Einheit der Westbank zu erhalten und einen freien und sicheren Übergang zwischen Gaza und Westbank zu garantieren (…)Versöhnung findet nicht nur auf der Ebene von Regierungen, sondern auch von Individuen statt. Einzelne müssen von einer ständigen Schuldzuweisung dazu kommen, Verantwortung zu übernehmen und vorwärts zu gehen. Obwohl ich an kollektive Verantwortlichkeit glaube, glaube ich bestimmt nicht an Kollektivschuld. Stereotypen abzubauen wird auf individueller Ebene dadurch erreicht, den/die Andere/n als Menschen mit Träumen und Hoffnungen kennen zu lernen.
Es heißt: «Macht korrumpiert; abso¬lute Macht korrumpiert absolut.» Bei dieser unglaublichen Ungleichheit von Macht zwischen Palästina und Israel kann eine dritte Partei ohne eigene direkte Interessen helfen, die Waagschalen auszugleichen. Von außen kann eine Drittpartei die Situation mit einem ganzheitlichen Zugang ansprechen.«Haben Sie keine Angst, aktiv zu werden – Sie sind damit nicht antisemitisch. Sie sind dann antisemitisch, wenn Sie gegen Gerechtigkeit sind. Ich bitte Sie auch nicht, pro-palästinensisch zu sein – seien Sie für Gerechtigkeit!»

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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