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Mitglied des Redaktionsteams von www.konzilsblog.ch
Redaktionsleiter der Schweizerischen Kirchenzeitung (Luzern) www.kirchenzeitung.ch
Ich versuche als Historiker und Theologe immer, die Kirche in ihrer Geschichte und in ihrem jeweiligen weltlichen Umfeld zu denken, also konkret, inkarnatorisch. Das Interesse für diese konkrete Kirche in der Geschichte und in der Gegenwart wurzelt dabei zweifellos in meiner eigenen Kirchenerfahrung. Aufgewachsen in einer gut katholischen, aber nicht frömmlerischen Familie, mit vorbildlichen Eltern, denen der Glauben wichtig ist, ohne davon Aufhebens zu machen; grossgeworden in Jungwacht und Blauring, mit guten Eindrücken von Pfarrei, von Pfarrern, ergänzt durch gute Kirchenerfahrungen in der Region, im Kanton und auf der Bistumsebene.
Das Studium der weltlichen Geschichte an der Universität Fribourg i. Ü., das durch meinen Hauptfachprofessor auch beste Einblicke in die Kirchengeschichte bot, lehrte mich, die Kirche als historische Grösse zu sehen, in jeweils verschiedener Einbindung in die Welt. Die vier Studien- und Arbeitsjahre in Rom brachten mir die Weltkirche näher, mit dem Aufenthalt im Päpstlichen Kolleg Germanicum-Hungaricum in einer menschlich wie intellektuell höchst anregenden Atmosphäre – eine Kirchenerfahrung der Weite, nicht der Enge.
Kirche ist für mich heute ohne das Zweite Vatikanische Konzil nicht denkbar, auch wenn ich dieses Konzil in meinen ersten Lebensjahren selbstverständlich nicht bewusst miterlebt habe. Die Bedeutung dieses Konzils ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft, es bedarf der besonderen Pflege, damit die Kirche auch in der heutigen Zeit ein Leuchtturm in der Welt sein und die Gottesbotschaft weitertragen kann. Das kann nur in ständiger Erneuerung geschehen – mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil und darüber hinaus.
Konzilsblogteam
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