Begegnungen in Finnland II

Über den Besuch beim Pfarrer in Tampere habe ich schon etwas berichtet. Die Seelsorger sind vor allem im Bereich der Immigrantenarbeit tätig. Dabei werden sie von 4 Schwestern unterstützt. Zwei wohnen mit im Pfarrhaus und zwei Kleine Schwestern wohnen ca 10 km entfert am Stadtrand in einer Neubausiedlung. Plötzlich ging dem Pfarrer auf, dass ja die eine der Kleinen Schwestern ebenfalls eine Schweizerin sei. Sie spreche aber französisch. Wie sich später herausstellen sollte, kommt sie aus Saignelegier. Schnurstracks griff er zu seinem Telefon und rief die Schwestern an. Er sagte: Hier ist eine Schweizerin, die mit dir sprechen will – und reichte mir das Telefon weiter. Es stellte sich heraus, dass die Jurassierein gerade ortsabwesend war. Die zweite Sr. Leila allerdings zeigte sich sehr interessiert, als ich über mein Praktikantenprojekt zu sprechen begann. Sie wollte mich unbedingt treffen und fragte, wielange ich noch in Tampere bleiben würde. Ich hatte eigentlich vor die Stadt im Laufe des Nachmittags zu verlassen und irgenwo zu campen. Doch sie meinte, sie könne mich erst am Abend treffen und wir sollen doch einfach bei ihr übernachten. Gastfreundschaft auf finnisch! So kam es, dass Max und ich abends bei der Kleinen Schwester Leila am Küchentisch sassen und unsere Campingessen verzehrten und dabei über Gott und die Welt sinnierten. Und Max konnte alle seine Fragen, die er in bezug auf die finnische Sprache hatte stellen. Herzlichen Dank Sr. Leila für die Herberge. 
Wie wir im Gespräch erfuhren helfen die Schwestern tatkräftig mit die katholischen Einwandererfamilien zu besuchen. Sozialarbeit nicht auf den Strassen und Gassen, aber in den Wohnsiedlungen am Stadtrand.

Sibylle Hardegger

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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