Immer wieder denke ich über die Feststellung nach, die mir ein Bekannter zu Ostern zu kommen liess. Ich lebe in einem «katholischen Schlaraffenland», das mit der katholischen Kirche wenig zu tun hätte.
Der Vorstellung von Fülle und Überfülle wie sie im Schlaraffenland vorkommt, der kann ich für meinen Teil bezüglich des gelebten Glaubens hier in Schweden zustimmen. Wenn man aber davon ausgeht, dass in Schlaraffenland nur Faulenzer wohnen, dann muss ich entschieden dagegen aufstehen.
Eine Kirche, die finanziell so arm ist, wie die katholische Kirche in den nordischen Ländern, hat keine Zeit zum Faulenzen. Da wird improvisiert, geworben um Freiwillige, mitgearbeitet und viel Überzeugungsarbeit geleistet.
Die Lohntabelle ist schnell gemacht hier in Schweden. Die Priester bekommen 10`000 SEK ( ca 1500 sFR). Alle andere Arbeit in den Pfarreien ist ehrenamtlich (um genau zu sein, mit ganz ganz wenigen Ausnahmen zB Führung des diözesanen Bildungshauses).
Wahrlich kein Schlaraffenland – so gesehen.
Sibylle Hardegger
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant