Zu Ostern habe ich einen Gruss bekommen von einem Bekannten. Unter anderem berichtet er davon, dass er sehr viel Hoffnung auf das Pontifikat Franziskus’ setzt. Zuvieles sei in der Kirche in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten falsch gelaufen. Da stimme ich natürlich zu.
Der Bekannte liest meinen monatlichen Newsletter an Freunde und Bekannte. Er weiss, dass ich mich hier in Schweden sehr wohl fühle und auch das Leben in und mit der katholischen Gemeinde hier schätze.
Seinen Gruss beendet er mit der Feststellung, dass ich hier in Schweden in einem «katholischen Schlaraffenland» lebe, was wenig mit der Wirklichkeit der katholischen Kirche zu tun habe. Diese Feststellung hat mich sehr nachdenklich gemacht….Ob sie nur aus einem Frust heraus in den Ostergruss geschrieben war??
Zunächst habe ich mich gefragt, was Schlaraffenland bedeuten könnte. Wikipedia gibt folgende Antwort:
In den Flussbetten des Schlaraffenlands laufen Milch, Honig oder Wein statt Wasser (in Anspielung z. B. an Deuteronomium 6,3 (Dtn 6,3 LUT) und viele andere Stellen). Alle Tiere hüpfen und fliegen bereits vorgegart und mundfertig durch die Luft. Die Häuser bestehen aus Kuchen. Statt Steinen liegt Käse herum. Geniessen ist die grösste Tugend der Bewohner des Schlaraffenlands, harte Arbeit und Fleiss werden als Sünde betrachtet. Dem Alter wird mit dem Jungbrunnen abgeholfen. Schlaraffenland wird deshalb heute meist übertragen verwendet, um auf ein Paradies des Nichtstuns und müssig essenden Herumliegens hinzuweisen.
So gesehen frage ich mich natürlich, was das Leben unserer katholischen Minderheit hier mit «Schlaraffenland» zu tun hat.
Ich versuche, in den nächsten Tagen eine Antwort zu finden und hier zu teilen.
Sibylle Hardegger
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant